Norwegens Langlaufstaffel um Klaebo nach Gold bestraft – Konkurrenz verärgert
Das Langlauf-Team aus Norwegen um Olympiasieger Johannes Hösflot Klaebo ist am Sonntag nach dem Staffelrennen bei den Winterspielen vom Internationalen Skiverband (FIS) bestraft worden. Die Sportler sollen gegen die Regeln verstossen haben.
Wie die finnische Zeitung «Iltalehti» berichtet, fuhr ein Mitarbeiter der norwegischen Nationalmannschaft kurz vor dem Start auf der bereits gesperrten Loipe Ski. Dadurch hätten die Norweger in letzter Minute Informationen über den Zustand der Piste erhalten. Ein Vorteil, den die Konkurrenz nicht gehabt habe.
Empörung bei der Konkurrenz
Besonders Finnlands Starläufer Iivo Niskanen zeigte sich verärgert und machte die FIS für eine mangelhafte Überwachung der Strecke verantwortlich. «Es ist schon interessant, wenn die Loipen um Viertel nach elf gesperrt sind und ich neben dem Zaun stehe, während die Norweger die Skier testen. Vielleicht halten sich die von der FIS ja nicht mehr so an die Regeln …», sagte er laut «Ihlalehti».
Der Vorwurf wiegt schwer, denn die Norweger dominieren die Wettbewerbe bislang klar. Jeder noch so kleine Vorteil kann entscheidend sein. Johannes Hösflot Klaebo ist Rekordsieger bei Olympischen Winterspielen. Der 29-Jährige gewann mit der Staffel in Italien die neunte Olympia-Goldmedaille seiner Karriere und setzte sich damit an die Spitze der Rangliste. Für Klaebo ist es bei diesen Winterspielen bereits das vierte Gold. In allen Wettkämpfen, in denen er am Start stand, siegte er auch.
FIS verhängt milde Strafe
Das norwegische Team räumte den Vorfall ein, wies jedoch auf ein Missverständnis hin. «Ein Skitechniker hat den Zeitpunkt der Sperrung missverstanden und sich nach der Sperrung noch acht bis zehn Minuten in der klassischen Loipe aufgehalten», hiess es vom Verband.
Der Weltverband reagierte – allerdings zurückhaltend. Die Strafe: Beim kommenden Team-Sprint darf Norwegen einen Servicetechniker weniger einsetzen. Eine sportliche Disqualifikation oder Zeitstrafe blieb aus.
Bereits in der vergangenen Woche hatte es Unmut gegeben: Im Sprint nutzten die Norweger eine Wachsmaschine – offenbar mit Sondergenehmigung und ohne Information der anderen Nationen. Dadurch erhielten sie einen Vorteil. Der Konkurrent Finnland drohte sogar mit dem Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Auch Deutschlands Langlauf-Sportdirektor Peter Schlickenrieder kritisierte das Vorgehen scharf: «Das ist meiner Meinung nach ein ganz klares Versagen der FIS-Verantwortlichen – zum wiederholten Male. Das ist einfach nur bitter.» Die FIS entschuldigte sich für den Vorfall in einer Stellungnahme.
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